„NEIN... NEIN“...tönte es voller Empörung und ich folgte der Quelle lauten Geschreies. Im Badezimmer zappelte Josia und wollte sich auf keinen Fall seinen wunden Allerwertesten abwaschen und eincremen lassen. Er versuchte wegzulaufen, er wehrte sich mit Händen und Füßen und mit lautem, zornigem Gebrüll. Es half ihm aber nichts. Da war einer stärker als er -  die Mama. Und die wusste: wenn auf den stark geröteten Po keine Salbe kam, würde keine Besserung eintreten.
Als ich dort stand, voller Mitleid mit Josia und den Kampf beobachtete, ging mir plötzlich ein Licht auf. Genauso ist es oft mit mir bzw. mit uns Menschen. Da wehre ich mich mit "Händen und Füßen" gegen einen Weg, den Gott mir zeigt. Oder eine Lektion, die schmerzhaft ist, wird von mir abgelehnt. Ich versuche zu vermeiden, was weh tut. Und was macht Gott? Wie eine gute Mutter, weiß ER ja viel besser, was mir schlussendlich gut tut, was Heilung bringt und das Beste ist. Aber wie oft bin ich wie unser kleiner Knirps, der empört und zornig ist und weglaufen will....
Ich finde es genial von Gott, dass ER mich nicht laufen lässt und freue mich, dass mir durch so ein banales Beispiel die Liebe Gottes zu mir und Seine Allwissenheit, was für mich gut ist, neu bewusst wurde.
Da bleibt doch nur zu sagen: JA und DANKE

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten
gereicht, denen, die gemäß seinem Ratschluss berufen sind.“
                                                                                              (Röm. 8, 2
8)

                                                                     Eure Doris Allgaier

„Wenn der Herr nicht das Haus baut, so arbeiten umsonst, die daran bauen.“ Ps. 127,1

Salomo, der diesen Psalm geschrieben hat, hatte bei diesem Vers sicherlich einen konkreten Bau vor Augen: Stein auf Stein, mit viel Mühe, Schweiß und Anstrengung.

Und auch mir fällt natürlich bei diesem Vers als erstes unser Umbau ein: Ohne Gottes Segen wird dieser „vergebens“ sein. Und auch bei uns wird es Mühe, Zeit, Kraft, Anstrengung kosten und auch so manche Frustration geben.

Als zweiter, und mir weitaus wichtigerer Gedanke, kommt mir aber der interne Gemeindebau in den Sinn. Und ich wünsche mir, dass wir, auch während wir mit dem konkreten Bau beschäftigen sind, unseren Blick auf den inneren Bau der Gemeinde nicht verlieren: auf ein gutes konstruktives Miteinander; auf Wachstum im eigenen persönlichen Leben; auf ein Gemeindeleben, das für Außenstehende anziehend und einladend wirkt; darauf Salz und Licht für unsere Umgebung zu sein.

Aber egal, ob wir uns mit dem konkreten Umbau oder dem inneren Gemeindebau beschäftigen: Ohne Mitarbeiter, die mit anpacken und denen die Gemeinde auf dem Herzen liegt; die durchhalten, auch wenn es Schwierigkeiten und Frustration gibt; die auch mal persönliche Termine zugunsten von Gemeindeterminen zurück stecken können, wird es genauso wenig gehen, wie ohne Gottes Segen.

Ich wünsche uns als Gemeinde, dass wir den Gemeindebau als Chance sehen im Vertrauen zu Jesus vorwärts zu gehen und gemeinsam zu wachsen.

 

Eure Claudia Deppner


„Ich sehe was, was du nicht siehst!“ ist ein Spiel, das Kinder seit Jahrzehnten gerne spielen: Jemand wählt in Gedanken einen Gegenstand aus, benennt nur dessen Farbe und die anderen müssen diesen Gegenstand erraten. „Ich sehe was, was du nicht siehst“ – sagt Gott wenn er über sich selber aussagt: „Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der Herr aber sieht das Herz an“ (1.Sam.16,7).

Unser Blick bleibt oft an Äußerlichkeiten hängen: Am Aussehen, an der Kleidung, am Beruf, an materiellen Besitztümern, am Familienstand usw. Dabei bleibt das Wesentliche für unsere Augen oft unsichtbar: Wie es unserem Nächsten wirklich geht, welche Not ihn vielleicht gerade beschäftigt, mit welchen Problemen er sich herum schlagen muss oder wie tief seine Liebe zu Jesus wirklich ist. Gott sagt dazu: „Ich sehe was, was du nicht siehst“, und sieht das Herz der Person an. Sein Blick bleibt nicht an der Oberfläche. Er sieht nicht nur, ob jemand verheiratet oder geschieden ist, ein neues oder altes Auto oder gar kein hat, laut oder leise betet. Er sieht tiefer. Er sieht Lebensgeschichten und Hintergründe, er sieht Verzweiflung und Not, er sieht Schuld und Versagen, er sieht aber auch Glauben und Vertrauen. Und er vergibt, wo jemand sein Versagen zu ihm bringt und schenkt einen Neuanfang. Von Ihm möchte ich lernen, die Menschen um mich herum mit Seinen Augen zu sehen: Sie zu achten und zu lieben und durch den äußeren Schein hindurch einen Blick in ihr Herz zu wagen – eben zu lernen, mit neuen Augen zu sehen.

Eure Claudia Deppner